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Umwelterklärung · CSR

Umwelterklärung

Berlin, Mai 2026  ·  Version 1.0  ·  Nächste Aktualisierung: Dezember 2026

Software verursacht keine Abgase. Keine Abfallberge, keine Lkw-Fahrten, keine Produktionshallen. Das stimmt - und es stimmt nicht.

Hinter jeder App steckt Infrastruktur. Hinter jeder Anfrage an einen Server steckt ein Rechenzentrum, das rund um die Uhr läuft, Strom verbraucht und Wärme erzeugt. Hinter jedem Skript das beim Seitenaufruf geladen wird steckt eine Netzwerkverbindung, die Energie kostet. Hinter jedem Gerät das unsere Nutzerinnen und Nutzer vor sich haben steckt eine Lieferkette, die von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung reicht.

Software ist nicht neutral. Sie ist nur unsichtbar.

Wir bauen digitale Werkzeuge für die Veranstaltungsbranche - für Menschen die Festivals planen, Crews koordinieren, Budgets kalkulieren, Artists managen. Menschen aus einer Szene, in der Haltung zählt. In der man Greenwashing sofort erkennt und sofort darüber redet. Das ist kein Druck von außen - es ist ein Anspruch, den wir selbst teilen.

Diese Umwelterklärung ist keine Pflichtübung. Wir sind kein zertifizierungspflichtiges Unternehmen, niemand verlangt dieses Dokument von uns. Wir schreiben es weil wir die Fragen, die wir uns stellen, auch beantworten wollen - ehrlich, konkret, ohne Siegel im Footer.

Dalwhin Dijkstra · 104LABS Berlin
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Wer wir sind

104LABS ist ein Software-Studio aus Berlin, Prenzlauer Berg. Wir entwickeln Event- und Hospitality-Software - digitale Werkzeuge, die aus eigener Veranstaltungspraxis entstanden sind und für eine ganz bestimmte Szene gebaut werden: kleine bis mittelgroße Festivals, alternative Kulturveranstaltungen, Berliner Clubs.

Unsere Produktlinie umfasst aktuell acht Anwendungen. Sechs davon bilden die 104SUITE - einen verketteten Workflow von der Budgetkalkulation über Artist- und Crew-Management bis zum Incident-Logging am Veranstaltungstag. Zwei weitere Tools sind eigenständig: MUSIQ für atmosphärische Veranstaltungsmusik, SCREENSHERIFF für die Planung von Digital Signage.

Wir sind ein kleines Team. Keine Produktionshallen, keine Fahrzeugflotte, keine physischen Standorte mit Lagern und Werkstätten. Unser Betrieb ist vollständig digital - Code, Server, Datenbanken, Bildschirme. Das verändert die Fragen, die wir uns stellen müssen. Es macht sie nicht kleiner.

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Unsere Umweltaspekte - wo wir wirken

Weil wir ein Softwareunternehmen sind, sehen unsere wesentlichen Umweltaspekte anders aus als die eines Dienstleisters mit physischer Infrastruktur. Es gibt bei uns keine Abfallströme in Tonnen, keine Fahrzeugemissionen aus einer eigenen Flotte, keinen Materialverbrauch im klassischen Sinne. Was wir haben, sind digitale Umweltaspekte - und die nehmen wir genauso ernst.

2.1 Serverinfrastruktur und Energieverbrauch

Der bedeutendste direkte Umweltaspekt unseres Betriebs ist die Serverinfrastruktur. Jede Anfrage an unsere Plattform landet in einem Rechenzentrum. Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Strom - für Rechenleistung, für Kühlung, für Netzwerkinfrastruktur. Dazu kommt der Wasserverbrauch zur Kühlung und die aufwändige Lieferkette für Serverhardware, die weit vor unserem eigentlichen Betrieb beginnt.

Wir nutzen keine eigene Serverinfrastruktur - wir setzen auf etablierte Cloud-Anbieter. Das hat Vorteile: Cloud-Infrastruktur ist in der Regel energieeffizienter als selbst betriebene Server, weil Auslastung und Ressourcenzuteilung optimiert werden. Es hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Wir haben keinen direkten Einfluss auf den Energiemix der Rechenzentren und müssen auf die Angaben und Verpflichtungen unserer Anbieter vertrauen.

Unsere Nutzerdaten liegen auf Supabase-Servern in Frankfurt - AWS eu-central-1. Amazon Web Services hat sich öffentlich verpflichtet, seine Infrastruktur zu 100 % mit erneuerbarer Energie zu betreiben, und ist in der Region eu-central-1 bereits dort. Das bedeutet nicht, dass kein CO₂ anfällt - die Herstellung von Serverhardware, der Wasserverbrauch zur Kühlung und Netzwerkemissionen bleiben real. Aber es ist eine fundierte Entscheidung, keine Symbolik.

Unser Frontend-Hosting läuft über Vercel, ebenfalls auf AWS-Infrastruktur. Statische Inhalte werden über Cloudflare ausgeliefert, eines der energieeffizientesten Verteilnetzwerke weltweit. Die Logik dahinter ist einfach: Kurze Übertragungswege bedeuten weniger Energie pro ausgeliefertem Datenbyte. Das ist Physik, kein Marketing.

2.2 Warum kein Green-Hosting-Anbieter

Wir haben dedizierte Green-Hosting-Anbieter ernsthaft evaluiert - darunter Hetzner mit Ökostrom, Greenhost und Infomaniak. Das Problem ist nicht der gute Wille dieser Anbieter. Das Problem ist technischer Natur: 104LABS ist eine moderne Softwareplattform, die serverseitiges Rendering, globale Edge-Verteilung, automatisches Skalieren und tiefe Datenbankintegration braucht. Kein Green-Hoster bietet diese Kombination zuverlässig auf dem Niveau, das eine Plattform erfordert, auf die Event-Teams am Abend vor dem Festival angewiesen sind.

Wir haben uns für Stabilität entschieden. Das ist eine ehrliche Aussage, keine Entschuldigung. Und es ist eine Entscheidung, die wir jährlich neu bewerten - denn der Markt für nachhaltige Cloud-Infrastruktur entwickelt sich. Was heute nicht möglich ist, kann in zwei Jahren anders aussehen.

2.3 Netzwerkverkehr und Ladezeiten

Jede unnötige Netzwerkanfrage kostet Energie - auf dem Server, im Netz, auf dem Endgerät. Das klingt kleinteilig, summiert sich aber bei einer Plattform mit regelmäßigen Nutzern schnell auf.

Wir haben deshalb eine Reihe von Entscheidungen getroffen, die den Netzwerkverkehr aktiv reduzieren. Schriftarten werden beim Build einmalig heruntergeladen und von unseren eigenen Servern ausgeliefert - kein Aufruf zu externen Diensten bei jedem Seitenaufruf, keine IP-Übermittlung an Dritte. Statische Seiten wie FAQ, Impressum und die Startseite werden als reines HTML ausgeliefert, ohne Server-Rendering pro Anfrage und damit ohne unnötigen Rechenaufwand.

Kein Google Analytics. Kein Meta Pixel. Keine A/B-Testing-Bibliotheken. Keine Werbeskripte. Jedes dieser Skripte würde bei jedem Seitenaufruf Dutzende zusätzliche Netzwerkanfragen erzeugen - für uns, für unsere Nutzerinnen und Nutzer, für Server auf der ganzen Welt. Wir laden es nicht, weil wir es nicht brauchen. Dass es nebenbei Energie spart und Datenschutz verbessert, ist kein Zufall.

2.4 KI-APIs und externe Dienste

Zwei unserer Anwendungen nutzen externe KI-Dienste, und diese erscheinen hier bewusst gesondert - weil KI-Inferenz einen Umweltaspekt darstellt, den wir nicht beschönigen wollen.

BRIEFME nutzt Googles Gemini 2.5 Flash, um auf Nutzeranfrage automatisch Briefing-Texte zu generieren. MUSIQ bietet im Full-KI-Modus Echtzeit-Musikgenerierung über die ElevenLabs Music API. Beide Dienste laufen auf Rechenzentren, die wir weder betreiben noch direkt kontrollieren.

KI-Modelle verbrauchen bei Inferenz - also beim tatsächlichen Generieren einer Antwort - erheblich mehr Energie als klassische API-Aufrufe. Wir können den genauen Verbrauch pro Anfrage nicht beziffern; die Anbieter veröffentlichen diese Daten nicht transparent genug. Was wir tun: KI-Funktionen sind in beiden Apps opt-in und werden nur auf explizite Nutzerhandlung ausgeführt. Sie sind keine Hintergrundprozesse. Für Gäste gilt zudem ein striktes Rate-Limiting. Das reduziert den Gesamtverbrauch, löst das Problem nicht strukturell.

Wir beobachten die Entwicklung effizienter KI-Modelle und werden auf kleinere, spezialisierte Modelle wechseln, sobald diese für unsere Anwendungsfälle ausreichend sind. Das ist eine konkrete Absicht, kein Versprechen.

2.5 Datenmenge und Datensparsamkeit

Daten zu speichern kostet Energie. Daten zu übertragen kostet Energie. Daten zu verarbeiten kostet Energie. Datensparsamkeit ist deshalb nicht nur ein Datenschutzprinzip - es ist auch ein ökologisches.

Wir speichern ausschließlich, was für den Betrieb der Plattform notwendig ist. Im Gast-Modus verbleiben alle Daten lokal im Browser des Nutzers - nichts verlässt das Gerät, nichts landet auf unseren Servern. Wer sich einloggt, bekommt seine Daten in der Cloud - aber auch hier gilt: kein Tracking, keine Verhaltensprofile, keine Weitergabe an Dritte.

Nutzerdaten werden nicht verkauft. Sie werden nicht für das Training von KI-Modellen verwendet. Sie werden nicht mit Werbepartnern geteilt. Diese Entscheidungen haben primär ethische Gründe - sie haben aber auch eine ökologische Dimension, weil sie verhindern, dass Daten in Systemen landen, deren Energieverbrauch wir weder kennen noch kontrollieren.

2.6 Endgeräte und Gerätelebensdauer

Ein Umweltaspekt, auf den wir als Softwareanbieter indirekten Einfluss haben, ist die Lebensdauer der Endgeräte unserer Nutzerinnen und Nutzer. Software, die zu viele Ressourcen verbraucht, beschleunigt die Obsoleszenz älterer Geräte. Software, die sparsam und performant ist, verlängert sie.

Wir bauen performante Web-Applikationen, die auf Standard-Hardware laufen - kein App-Store-Zwang, keine Mindest-Hardware-Anforderungen jenseits eines modernen Browsers. SCREENSHERIFF läuft auf einem alten Raspberry Pi genauso wie auf einem aktuellen Laptop. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung. Je länger ein Gerät in Gebrauch bleibt, desto besser ist seine Ökobilanz - weil die Produktion von Hardware im Vergleich zum Betrieb einen überproportional großen Anteil an den Gesamtemissionen ausmacht.

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Unsere Umweltpolitik

Ökologie ist ein Teil unserer Haltung als Unternehmen - nicht ein Feature, das wir kommunizieren, und nicht ein Ziel, das wir irgendwann erreichen. Es ist ein Weg, den wir gehen, mit den Mitteln die wir haben.

  • Wir prüfen technische Entscheidungen auf ihre Umweltauswirkungen - gleichwertig mit Kosten und Funktionalität. Wenn zwei Lösungen technisch gleichwertig sind und eine davon energieeffizienter ist, wählen wir die energieeffizientere. Wenn eine energieeffizientere Lösung technische Einbußen bedeutet, wägen wir ab und dokumentieren die Entscheidung.
  • Wir verpflichten uns zur Datensparsamkeit als Grundprinzip - nicht nur aus Datenschutzgründen, sondern weil jedes Datenbyte das nicht gespeichert, nicht übertragen und nicht verarbeitet wird, Ressourcen spart.
  • Wir machen keine Umweltaussagen, die wir nicht belegen können. Wir kaufen keine CO₂-Zertifikate als Ersatz für strukturelle Verbesserungen. Wir tragen kein Nachhaltigkeitssiegel. Wir nennen uns nicht klimaneutral.
  • Wir verpflichten uns zur kontinuierlichen Verbesserung - konkret: jährliche Überprüfung unserer Infrastruktur, dokumentierte Entscheidungen, aktualisierte Erklärung bis Dezember 2026.
  • Wir beobachten den Markt für nachhaltige Cloud-Infrastruktur und KI-Modelle aktiv. Sobald Green-Hosting-Anbieter oder effizientere Modelle die technischen Anforderungen einer produktionskritischen Plattform zuverlässig erfüllen, prüfen wir einen Wechsel - und dokumentieren diese Prüfung.
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Umweltprogramm - Ziele und Maßnahmen

4.1 - Infrastruktur
ZielMaßnahmeBis
Jährliche Überprüfung der Anbieter auf EnergieeffizienzDokumentierter Infrastruktur-Review, schriftlich festgehaltenDez. 2026
Nachhaltigkeitsperformance als AuswahlkriteriumBei jedem Anbieterwechsel: explizite Bewertung EnergieeffizienzFortlaufend
Green-Hosting-Markt beobachtenJährliche Bewertung ob ein Wechsel technisch möglich istDez. 2026
4.2 - Code und Architektur
ZielMaßnahmeBis
Serverless-Architektur ausbauenRechenleistung nur bei tatsächlichem Bedarf nutzen, keine dauerhaft laufenden Instanzen wo vermeidbarSep. 2026
Bundle-Größen reduzierenSystematische Erfassung und Reduktion als internes Benchmark, nicht nur als SEO-MetrikDez. 2026
Neue Abhängigkeiten prüfenJede neue externe Bibliothek vor Integration auf Energieverbrauch und Datensparsamkeit bewertenFortlaufend
KI-Modelle auf Effizienz prüfenEvaluierung kleinerer, aufgabenspezifischer Modelle als Alternative zu Gemini 2.5 FlashJun. 2027
4.3 - Transparenz
ZielMaßnahmeBis
Jährliche Aktualisierung dieser ErklärungÜberprüfung aller Aussagen, Ergänzung neuer Maßnahmen und ErgebnisseDez. 2026
Nutzern Transparenz über ihre Datenmenge ermöglichenDashboard-Funktion: wie viel speichere ich, was kann ich löschen2027
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Was wir nicht sind - und warum das zählt

104LABS ist kein klimaneutrales Unternehmen. Wir kompensieren keine Emissionen durch Zertifikatskäufe - wir halten das für eine Methode, die das Problem verschiebt statt löst. Wir tragen kein grünes Siegel. Wir nennen unsere Software nicht "nachhaltig" als Marketingversprechen.

Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Wasser zur Kühlung. Serverhardware hat eine aufwändige globale Lieferkette. KI-Inferenz ist energieintensiv, und wir nutzen KI. Endgeräte werden produziert, transportiert, genutzt und entsorgt - mit erheblichem Ressourcenaufwand. Auch erneuerbarer Strom ist nicht emissionsfrei in der Herstellung der Anlagen. Das alles existiert, und wir benennen es.

Was wir tun: Wir treffen Entscheidungen bewusst. Wir dokumentieren Abwägungen offen. Wir verbessern uns schrittweise. Wir schreiben auf, was wir tun und was wir vorhaben - und wir aktualisieren es, wenn sich etwas ändert.

Das ist weniger als ein Zertifikat. Und mehr als ein grünes Blatt-Icon im Footer.

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Geltende Vorschriften

104LABS hält alle geltenden rechtlichen Vorschriften ein, die für unseren Betrieb relevant sind - insbesondere Datenschutzrecht (DSGVO), Telemedienrecht (TDDDG) sowie allgemeine Sorgfaltspflichten im Umgang mit digitaler Infrastruktur und Nutzerdaten. Im Berichtszeitraum wurden keine Rechtsverstöße festgestellt.

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Diese Erklärung wird jährlich überprüft und aktualisiert. Nächste Aktualisierung: Dezember 2026.
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